Energieausweis

Die Energieeinsparverdnung gibt es seit 2005. Ihre aktuell gültige Fassung trat am 01.05.2014 in Kraft (EnEV 2014). Seither haben Immobilieneigentümer die Pflicht, bei Verkauf und Vermietung den Interessenten ungefragt einen Energieausweis vorzulegen und die Energiekennwerte auch in Immobilienanzeigen anzugeben. Die energetischen Anforderungen an Gebäude wurden zum 01.01.2016 verschärft. Die Lesefassung der EnEV können Sie hier einsehen.

Grundsätzliches zum Energieausweis

Der Energieausweis enthält die energetischen Kennwerte des Gebäudes, die mit einer Farbskala und Klassenangaben angegeben werden. Sie ähnelt dem Effizienzlabel, wie es von Elektrogeräten bekannt ist. Damit können Gebäude untereinander verglichen werden. Zusätzlich enthält der Ausweis empfohlene Sanierungsmöglichkeiten in einer Kurzdarstellung. Das Dokument ist grundsätzlich zehn Jahre lang gültig.

Zwei Arten von Ausweisen

Als Basis für einen Energieausweis kann der Verbrauch herangezogen oder der Bedarf berechnet werden.
Beim Verbrauchsausweis wird der Energieverbrauch von drei aufeinanderfolgenden Jahren für die Beheizung und die zentrale Warmwasserbereitung herangezogen, um den Energiekennwert zu berechnen. Hierbei werden auch das Klima und längere Leerstände korrigierend berücksichtigt. Bei Nichtwohngebäuden wird auch der Energieeinsatz für Beleuchtung und Klimatisierung mit einbezogen.

Beim Bedarfsausweis wird der Energiebedarf des Gebäudes berechnet. Dazu wird die energetische Qualität der Gebäudehülle sowie der Anlagentechnik ermittelt und mit standardisierten Randbedingungen gekoppelt. In den meisten Fällen hat der Eigentümer die Wahl, welchen Ausweis er erstellen lässt. Allerdings gibt es auch hier Festlegungen in der EnEV, die zu beachten sind.

Wann muss es welcher Energieausweis sein?

Bedarfsausweise sind für Wohngebäude-Neubauten und bestehende Wohngebäude mit weniger als fünf Wohneinheiten und deren Bauantrag vor dem 01.11.1977 gestellt wurde, Pflicht.

Für alle anderen Wohngebäude können auch Verbrauchsausweise erstellt werden. Aber es kann auch hier ein bedarfsorientierter Ausweis sein, der Eigentümer hat die freie Wahl.

Wenn Sie Ihr Haus selbst bewohnen, ist kein Energieausweis vorgeschrieben. Er kann aber trotzdem sehr hilfreich sein, da neben den Kennwerten auch Sanierungsempfehlungen enthalten sind.

Beispiele für Energieausweise

Musterbeispiel für einen Energieausweis für Wohngebäude
Musterbeispiel für einen Energieausweis für Nichtwohngebäude

(Quelle: KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH)

Unsere Sponsoren